THEATER
Female Refugees Warten auf Go.Dot

ein dramatischer Empathie-Raum

„50 Prozent aller Geflüchteten weltweit sind weiblich!“
Drei Frauen hängen in der Luft, in schwarz gehüllt, gefangen in einem Kokon aus Zeit in der engen Küche einer Notunterkunft. Wir sehen sie in ihrem täglichen Loop, der aus absurden Koch- und Kleidungsritualen, schmerzlichen Erinnerungs-Monologen und Körpersequenzen, die eine Art Ankommens-Struggle markieren, bestehen. Eingefasst ist die fragmentarische Szenenfolge von Ulrike Düregger & Compagnie in eine Soundcollage aus Wassertropfen und Heim-Atmosphäre.

Die Stückentwicklung basiert auf Notizen von Gesprächen mit NeuBerlinerinnen und wirft die Frage auf: Wie erleben Frauen Flucht? Acht Monate lang haben die drei Schauspielerinnen der Compagnie mit verschiedenen Frauen in einer Unterkunft gesprochen. Diese gaben die Zustimmung zur Dramatisierung ihrer persönlichen Fluchtgeschichten. Es entstand eine Fassung unter genderspezifischem Blickwinkel, die sprachlich zwar noch an Beckett erinnert, aber einen eigenständigen Text darstellt. Übrigens ist das Original „Warten auf Godot“ im arabisch-sprachigen Theaterraum sehr bekannt. Das Ergebnis der Produktion können NeuBerlinerInnen, die ganz besonders als Publikum willkommen sind, und AltBerlinerInnen an insgesamt drei Terminen im Theater Acker Stadt Palast im Juni 2018 betrachten. Eine zusätzliche Tagesvorstellung am 23.6. ist ausschließlich für Frauen mit Fluchterfahrung und Aktivistinnen vorgesehen. Die Organisation Terre des Femmes unterstützt die Produktion durch Bewerbung und Anwesenheit von Referentinnen für anschließende Publikumsgespräche.

Konzept, Regie, Textfassung: Ulrike Düregger
Schauspiel: Gülcan Cerdik, Ulrike Düregger, Nadine da Cruz Oliveira
Bühne und Kostüm: Compagnie
Beratung Kostüm: Silvia Albarella
Bewegungscoach: Marcelo Omine
Produktionsfotos: Philipp Jeske
Licht und Ton: Marcelo Schmittner

Nicht-Förderung: aufgrund von 100% Absagen auf Förderanträge, die zwei Jahre lang bei Kommune, Land und Bund gestellt wurden, wird die Produktion ohne Unterstützung realisiert.

Termine: 22.-24.06.2018, Acker Stadt Palast, Berlin. Am 23. 06. findet eine Tagesvorstellung nur für NeuBerlinerinnen und Aktivistinnen statt.

Dauer: 75 min.
Tickets: 15,00€/erm. 10,00€